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Planierung und Aufbau

Die Geschichte des Vanajanlinna Stammgutes, Äikäälä, reicht bis zum frühen Mittelalter. Als Besitzer des Äikäälä Gutes wird in den Geschichtebüchern Olle af Aeykaelum (Äikäälän Olli) im Jahre 1374 genannt. Das Gut hat nach Äikäälän Olli mehrere Besitzer und eine farbige Geschichte als tawastländisches Freigut und Pachthof gehabt, wo man Landwirtschaft geübte. Da hat man auch von der schönen Lage des Gutes genossen.

Die Geschicte von Vanajanlinna beginnt im Jahre 1918, als der Hauptaktionär des Rosenlew Konzerns, Doktor der Medizin und Chirurgie Carl Wilhelm Rosenlew das Äikäälä Gut kaufte. Der Verkaufer war Theologie Professor Stenij. Rosenlew fügte zu dem Stammgut noch einen Anteil des Kitu Gutes (im Jahre 1922) sowie später auch das Kappola Gut (im Jahre 1927) so dass das Gesamtareal des Gutes über 500 Hektare betrug, was eine Voraussetzung für freie Elchjagd in dem Gebiet war. Rosenlew hatte die Absicht, ein Jagdschloss auf dem naturschönen Platz zu bauen, wo er leitende Personen der Gesellschaft und Politik einladen könnte. Rosenlew hatte nicht die Absicht das Haus als Wohnsitz zu haben.

Doktor Rosenlew übergab die Planierung von Vanajanlinna dem Architekt Sigurd Frosterus (seine meist bedeutende Planierungsarbeit ist der Kaufhaus Stockmann in Helsinki). Die Architektur des Schlossgebietes spiegelt die Architekturströmungen der Wende der Jahrzehnten 1910- und 1920, z.B. Barock und Renaissance und deren einfachere skandinavische Variationen. Das Schloss hat auch Züge vom englischen Gutshofsaufbau.

Der Aufbau des Hauptschlosses wurde im Jahre 1919 angeleitet und die Arbeit war im Jahre 1924 fertig. Das Bauen schritt langsam vor und ist hauptsächlich am Sommer geschehen.

Für die Transport der Baumaterialien wurde ein schmalspuriger Bahnweg von Harviala Haltestelle auf der Stelle des heutigen Wegs gebaut.

Als Baumeister waren die Herren August Mattson als Arbeitsleiter und Hilpi Kummila als Inspekteur betätig. Der Schloss wurde von den besten Fachläuten des Gebietes gebaut, angestellt von der Baufirma Kruger & Tollin aus Helsinki.

Rosenlew, der als pedantisch und unnachgieblich gekannt war, liess Vanajanlinna aus den besten erhältlichen Materialien zu bauen. Die Fussböden und Fensterpfosten sind hauptsächlich aus Eiche, Fensterbretter aus ausländischem Marmor usw. Vier von den fünf Feuerstellen des Schlosses sind aus Marmor und die fünfte in der Weinstube aus Granit. Der Marmor des türkischen Saunas und des Schwimmbassins kommt aus Ruskeala.

Das einheimische Holz kam aus Rosenlews eigenen Wäldern, die Wandziegel von Leppäkoski Ziegelei und die Mönch und Nonneziegel von Santamäki. Auf diese Weise setzte Vanajanlinna die Jahrhunderte alte Ziegelbautradition fort. Sockelsteine für die Gartenfassade, Treppen und Veranden sind von Elvvik Granit.

Wandmaterial des Speisesaales des Schlosses ist aus indisches Mahagoni. In übrigen sind die Wände verputzt und angestrichen.

Der Zimmeranzahl der sämtlichen Gebäude übersteigt achtzig; der Quandratmeteranzahl ist etwa 3.000 m² und der Kubikinhalt ist 17.740 m³. Die Zimmer wurden natürlich mit Möbeln von hoher Qualität eingerichtet und die Interiören wurden mit hochklassigen Teppichen, Kunstwerken und Gegenständen vervorständigt. Leider ist von dem beweglichen Eigentum des Schlosses nur eine Erinnerung da; die Besitzer haben bei Auszug die wertvollen Sachen mit sich genommen.

Der schöne und vielseitige Garten hat der berühmte Gartenarchitekt Bengt Schalin planiert, was noch in dem zeitweis auch leider schlechtgepflegten Garten zu spüren ist.

Die Räume des Schlosses

Im ersten Stock des Schlosses waren der Speisesaal, der sich auf den Garten eröffnete, der Musiksaal und der Salon.

Im Kellergeschoss, teilweise unter der Erde, ist eine künstlich gewölbte und dekorierte Weinstube mit Eingang von dem Speisesaal durch eine geheime Treppenstufe. Im Keller waren auch ein türkisches Sauna und ein marmorbelegtes Schwimmbassin.

Im zweiten Stock waren die Wohnungen des Wirts und der Wirtinn mit Schlafzimmer, Ankleidezimmer und ein marmorbelegtes Badezimmer. Ausserdem waren im zweiten Stock Räume für die Ehregäste des Hauses, Finnlands Marschall Mannerheim und die Familie Fazer.

Die acht Gästezimmer im dritten Stock waren für die andere Gäste des Gutes reserviert.

In dem niedrigen, einstöckigen Ostflygel waren die Küche und die Wohnzimmer der Dienerschaft und am Ende des Flygles die Zimmer der Chauffeuren. Der Garage befand sich in einem separaten Gebäude, das mit einer Maure mit dem Ostflygel verbunden war.

In dem Westflygel auf der Seeseite des Schlosses waren die Bibliothek, der Billardsaal mit Ausgang zu dem Balkon (heute der Ryti Saal) sowie am Ende des Flygels ein Wintergarten (heute der Festsaal). Die Zimmer des Westflygels werden mit einander mit einem sogenannten Galleriegang verbunden, der schmaler wird und sich senkt wenn der von dem Stammteil des Gebäudes weitergeht. Auf dieser Weise bildet eine so genannte Scheinperspektive; der Gang sieht länger aus als er in Wirklichkeit ist.

Eine Verlängung des Westflygels ist das Wohnhaus des Gärtners, wo auch der Inspektor des Gutes sein Arbeitszimmer hatte. Das Wohnhaus ist mit dem Westflygel mit Gewölben verbunden. In dem Kellerstock waren die Unterhaltungs- und Aufbewarungsräume sowie Heizzentrale und Brennstoffvorrat. Auf der westlichen Seite des Flygels waren zusätzlilch drei Grünhäuser.

Wenn man sich das Hauptgebäude den Lindegang entlang nähert, wird der Längeeindruck der Flygeln und die Mächtigkeit des Schlosses durch die Scheinperspektive verstärkt; der Abstand der Ost- und Westflygeln wächst je näher die den Schmiedeeisenzaun und Tor kommen. Der Abstand der Flygeln wächst auf diese etwa 70 m lange Strecke von 32 meter bis 40 meter. Den Eindruck erhebt noch der ebene Rasen des sogenannten Ehrenhofes (keine Pflantzungen) und eine vielhundertjährige Linde, die beim Aufbau des Schlosses geehrt und gespart wurde.

Andere Gebäude des Gebietes

Frosterus plante auch den Viehhof, der auf der nördlichen Seite des Schlosses im Jahre 1928 gebaut wurde. Auf dem Gebiet wurden fünf Wohnhäuser für die Personal des Geschlosses gebaut, sowie ein Schuppen für die Handwerker, ein Pferdestall für etwa zwanzig Pferde, ein Kuhstall und ein Kleintierstall.

Die Schlossherren

Vanjanlinna war in Rosenlew?s Besitz bis zum Jahr 1941. Wenn die Rosenlew Familie Vanajanlinna verkaufte, gab es zwei intressierte Käufer: Präsident Risto Ryti und der steinreiche deutsche Waffenfabrikbesitzer Willy Daugs. Ryti wollte Vanajanlinna als Sommerresidens des Präsidenten statt Kultaranta in Naantali. Nach Austausch des Innenministers wurde Kaufrecht Willy Daugs gegeben ohne dass Risto Ryti davon wusste und danach bezog Daugs Vanajanlinna.

Nach Deutschlands Niederlage im Krieg wurde das gesamte deutsche Eingentum in Finnland als Kriegserschädigung die Sovietunion übergeben. So auch Vanajanlinna. Die Sovietunion hatte einen Vervaltungsausschuss für das Eigentum in Finnland, der das Gut übernahm und sich hauptsächlich um die Äcker und das Vieh kümmerte. Das Hauptgebäude war unbewohnt und begann schnell zu verfallen.

Im Jahre 1947 mietete Yrjö Sirola Stiftung das Vanajanlinna Gebiet für das von der Stiftung gegründete Sirola-Institut. Vanajanlinna war am Anfang zur Sommerzeit auch ein Ferienhaus und als Fest- und Tanzlokal aber schon in den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts konsentrierte sich die Tätikeit des gesamten Gebietes auf soziale Volkshochschuletätikeit. Die Stiftung kaufte die Vanajanlinna Gebäude und Landgebiet im Jahre 1956. Nach dem Geschäft wurde über die Hälfte des Landareals für Wohn- und Kleinbauzwecke der Frontmänner übergeben. Die Stiftung besizte noch etwa 34 Hektar Land.

Die Tätigkeit der Sirola-Institut hörte im Jahre 1994 in dem Gebiet auf. Gesellschaftlicher Bruch fuhr über und vorbei die Volkshochschuletätigkeit trotzdem dass die Institut während ihren letzten Jähren als eine Lehranstalt für Kommunikation und Informatik tätig war als die politische Schulung in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts zusammen-gebrochen war.

Im Jahre 1996 erhielt Hämeenlinna Stadt Vorkaufsrecht an Vanajanlinna und nach Beratungen übergingen das Schloss und die Landgebiete in Besitzung der Stadt für einen Kaufspreis auf etwa 10 Millionen Mark. Im Zusammenhang des Geschäftes wurde über das bewegliche Vermögen des Schlosses so übereingekommen, dass ein Teil an Hämeenlinna Stadt überging und ein Teil an die Aktiengesellschaft Vanajanlinna Oy, der Mieter des Schlosses.

Nachdem die Volkhochschuletätigkeit beendet hatte, war Hauptmieter des Schlosses Vanajanlinna Oy, deren hauptsächliche Besitzer die Yrjö Sirola Stiftung ist. Nachdem die Hämeenlinna Stadt das Schlossgut gekauft hatte, kam Vanajanlinna Oy mit einem Besitzanteil von etwa 19 % mit.

Im November 1998 wurden Mika Walkamo und Harri-Pekka Vihma durch einen Unternehmenskauf die neuen Eigentümer von der Vanajanlinna AG.

In Vanajalinna werden Konferenzen und Schulungen organisiert, sowie PR-Veranstaltungen von Unternehmen, als auch Familienfeste, wie z.B. Hochzeiten und Verwandtentreffen. Auf dem Grundstück von Vanajalinna befinden sich mehrere Restaurant- und Konferenzsäle und es hat 150 Bettplätze.

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